Wir haben zu viert ein Haus gekauft. Gemeinschaftliches Wohnen als Perspektive war der Anstoß, ein möglichst großer Trainingsraum dazu der Wunsch. Bühne frei für Mörlach, ein 100-Seelen-Dorf im frankischen Seenland nahe Ansbach. Ein großes Wohnhaus mit einer ehemaligen Werkstatt für Fliegengitter – dank Abgeschiedenheit sogar gerade so erschwinglich für vier kreditwillige Bewegungskünstler.

Im Rahmen einer mehrteiligen Reihe möchten wir die Verwandlung der Werkstatt in die werkstatt Mörlach (die Webseite beschreibt unsere Pläne ganz gut) begleiten und unsere Erfahrungen mit Euch teilen. Wir freuen uns über gute Tipps und jede Art von Fragen!

Eine leere Werkstatt?

200 Quadratmeter leere Werkstatt klingt perfekt. Wir können quasi direkt starten mit Verputzen, Streichen, Boden verlegen etc. Wären da nicht diese gefühlt 1000 Umzugskartons und Möbel, die in unserem momentan großflächig als Baustelle zu bezeichnenden Wohnhaus gerade noch keinen Platz haben. Dementsprechend die erste Ernüchterung nach dem Umzugswochenende: Der Raum ist ja fast voll! Und wann sollen wir eigentlich Zeit für den Ausbau haben, wenn im Haus noch gefühlt für das nächte halbe Jahr wichtige Arbeiten anstehen?

Erste Idee also: Zusammenrücken des gemeinschaftlichen Umzugskrams, damit wir wenigstens auf einem Drittel der Werkstatt trainieren und eventuell kleinere Workshops anbieten können. Wichtig aber beim Zusammenrücken: Wir müssen immer noch schnell und einfach an JEDE Kiste drankommen. Tetris für Fortgeschrittene.

Was hängt denn da?

Erstes Training dann in unserem frisch freigeräumten Werkstattdrittel. Die kleine Weichbodenmatte passt rein, der Akrobatikläufer auch. Daniel steht auf meinen Schultern und stößt sich am für uns völlig überflüssigen Rolltor den Kopf. Aha – das können wir also verkaufen, da sind sogar zwei davon unter der Decke montiert, und Geld für Umbaumaßnahmen ist momentan immer willkommen.

Aber: An wen verkauft man ein montiertes Rolltor? Und für wieviel? Wer nimmt das ganze in die Hand? Schon wieder ein Satz Aufgaben für die doch so knappe Freizeit.

Renovieren im ersten Drittel

Unser nun freies Werkstattdrittel besitzt annehmbaren Boden, solange man ein paar Läufer drüber legt. Die Verlegung des neuen Bodens können wir also auf sehr viel später verschieben und dann alles in einem Rutsch machen. Irgendwann. Aber die Wände sollten wir streichen (welche Farbe eigentlich?), die Zone der Umzugskartons mit einem Vorhang abtrennen (welche Farbe eigentlich? Wo kauft man sowas preiswert?), die Löcher und Risse neu verspachteln, die Druckluftrohre abmontieren…

Wir setzen uns für diese ersten Schritte eine Deadline von zwei Wochen. Dann wollen wir unser Drittel für kleine Veranstaltungen freigeben und über die regionalen Amtsblätter bewerben. Ob das hier jemand interessiert? Auf der einen Seite sind wir wahrscheinlich das einzige vergleichbare Angebot im Umkreis von 50 Kilometern, auf der anderen Seite hat das vielleicht auch seinen Grund… Wir werden sehen und berichten. Im Schlimmsten Fall haben wir einfach sehr viel Platz für unser eigenes Training.