Zirkuskünste
Alle nachfolgenden Informationen sind Inhalte der Examensarbeit “Lernfelder der Zirkuspädagogik – Möglichkeiten und Grenzen” von Jens Fissenewert. Bei weiterem Interesse sei ein Blick in das zugehörige Literaturverzeichnis (pdf) empfohlen.
Akrobatik
Blume beschreibt den Bereich der Akrobatik mit den Worten Abenteuer, Bewegungskunst und Sport. Abenteuer, da man sich selbst und einander vertrauen muss und sich einem gewissen Risiko aussetzt, wenn man die ungewöhnlichen Körperpositionen im Raum und auch übereinander betrachtet. Die fantasievolle Gestaltung von Körperbauwerken innerhalb der anatomischen Grenzen verschiedener Individuen bildet den Aspekt der Bewegungskunst. Unter Sport fällt die Beherrschung des eigenen Körpers und die Herausbildung von bestimmten akrobatischen Fertigkeiten (vgl. Blume, 2007, 10).
Die verschiedenen akrobatischen Genres sind vielfältig, die Möglichkeiten der Übungen, Pyramiden und Positionen unbegrenzt. Oft lassen sich Übungen nicht einem bestimmten Bereich zuordnen, was die Grenzen teilweise verschwimmen lässt. Die folgenden fünf Kategorien der Akrobatik sollen einen Einblick in dieses weite Feld bieten.
Balancierkünste
Bei den Balancierkünsten steht die Beherrschung des Gleichgewichts im Vordergrund. Die meisten Geräte dieses Genres erfordern „kontinuierliches Üben und eine gewisse Ausdauer, bis sich der erste Erfolg einstellt“ (Lang, 2007, 228). Dafür entsteht, ist das Gefühl für die richtige Position auf dem jeweiligen Gerät einmal entwickelt, „mit der Zeit ein Gefühl des Verwachsenseins mit dem Objekt“ (ebd., 228).
Hand- und Fußgeschicklichkeiten
Die meisten Menschen verbinden mit diesem Bereich die klassische Jonglage mit Bällen, Keulen und Ringen. Gerade dieses Themenfeld besticht jedoch durch eine Vielzahl von Geräten und Objekten, die sich durch Hand- und Fußgeschicklichkeit manipulieren lassen. Zudem entstehen jedes Jahr neue Trends in dieser Sparte, aber auch schon längst vergessene Geräte werden von kreativen Artistinnen wieder entdeckt und weiterentwickelt, beispielsweise hat es in den letzten Jahren das Jojo wieder auf die Bühnen der Jonglierszene geschafft.
Clown spielen / Improvisieren
Im Gegensatz zu anderen zirzensischen Bewegungskünsten steht hier nicht die eigene Körperbeherrschung oder Handhabung eines Gerätes im Vordergrund, sondern der Ausdruck des Artisten. Sich auf der Bühne vergleichsweise „nackt“ zu präsentieren und in einen anderen Charakter zu schlüpfen erfordert Mut und ebenso harte Arbeit wie das Erlernen eines schwierigen Jongliertricks. „Der eigene Körper mit seinen Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten, die ganze Spannbreite der Gefühlswelt und auch die Fähigkeit zu Spielen und Improvisieren müssen vielfach erst entdeckt und verlebendigt werden“ (Ballreich, 2007, 295).